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Review des Warmachine: Two Player Starter Sets (Khador vs Cygnar)

Die Zwei-Spieler-Startbox von Warmachine macht äußerlich was her. Das Produkt ist eindeutig erkennbar, das dunkle Design ist modern und beide Fraktionen werden auf der Front deutlich präsentiert. Auf der Rückseite gibt es den erwarteten Klappentext mit dem Inhalt, was in der Box enthalten ist. Was in der Box alles nicht enthalten ist, sind Maßband, Marker und Würfel. All dies und Einheitenkarten gab es in den alten Boxen noch.

Die neue Zwei-Spieler-Startbox zu Warmachine MK4 überzeugt also direkt zu Beginn durch ihre Übersichtlichkeit. Viel ist für eine Starterbox nämlich nicht drin: sechs Gussrahmen, die passenden Bases und ein Blatt Papier, auf dem man Link oder QR-Code zur digitalen Bastelanleitung findet.

Warmachine-MK4-Gesamtansicht

Bases und Gelände

Positiv überrascht hat mich ein Gussrahmen mit rudimentären Geländestücken: Zwei Tümpel und vier kleine Mauern, die in der Vergangenheit nur aus Papierbögen mit Schnittlinien vorlagen.

An den Bases fällt auf, dass sie neu designt wurden – kein Slot mehr, der die Mitte der Base trennt, aber auf der Unterseite fehlen dafür auch die Magnetaufnahmen. Wer das machen möchte, kann also etwas Greenstuff einplanen, oder 2mm hohe Magnete direkt einkleben.

Gussrahmen der Fraktionen

Die verbliebenen fünf Gussrahmen teilen sich auf die beiden Fraktionen auf. Khador erhält drei Gussrahmen, Cygnar kommt mit nur zwei Gussrahmen aus. Das liegt daran, dass sowohl der Warjack als auch die Gunmage Infanterie schlanker sind als die schwerer gerüsteten Khadormodelle mit Schilden.

Der Zusammenbau

Die Gussqualität ist durchaus brauchbar. Auf den Detailfotos lassen sich leichte Gussgrate erkennen, die aber problemlos mit einmaligem Darüberkratzen entfernt werden konnten.
Der Zusammenbau anhand der Anleitungs-PDF war sehr einfach. Jedes Teil im Gussrahmen ist alphanumerisch deklariert. Figur 1 hat also die Teile A1-9, Figur 2 hat die Teile B1-10, Figur 3 hat die Teile C1-8, etc. – selbst wenn man die digitale Anleitung nicht hinzuziehen möchte, wäre es also durchaus möglich, anhand der Buchstaben alle passenden Teile zueinander auszuknipsen, zu entgraten und anschließend zusammen zu kleben.

Als erstes habe ich mir das Gelände vorgenommen, das geht flott. Zum Größenvergleich habe ich eine alte MK3 Cygnar Box darin platziert, so bekommt man eine ungefähre Vorstellung vom Ausmaß des Geländes.

Warmachine-MK4-Cygnar-in-Gelaende

Anschließend ging es an den Zusammenbau des Cygnar Anteils.
Hier ist mir in der Anleitung ein kleiner Fehler aufgefallen. Die Bezeichnung vom linken und rechten Schulterpanzer des Warjacks sind in der Anleitung vertauscht. Allerdings ist es nahezu unmöglich, ein Teil falsch zu verbauen. Sämtliche Teile wurden so konstruiert, dass ihre Aufnahme nur an einer passenden Stelle möglich ist. Zum Beispiel sind die Schilde der Khadoraner auch so ausgelegt, dass sie zwar alle in der linken Hand getragen werden, aber nur an exakt einem Modell an den entsprechenden Arm passen.
Beim Cygnar Anteil findet sich noch ein kleines Gimmick bei Allister Caine selbst: Es gibt zwei überschüssige Pistolen, man hat also die Wahl, sie mit oder ohne kineastischem Effekt zu basteln!

Allister Caine bei Warmachine

Eine nette Anspielung fiel mir dann noch auf: Wer Allister Caine gespielt oder die Romane gelesen hat, kennt vielleicht noch seinen Charakter-Warjack „Ace“. Diesen musste er in der Lore leider auf einer Mission zurücklassen, hat jetzt aber einen neuen bekommen, der „Deuce“ heißt.
Ich vermute, dass es eine Anspielung auf die Zahl Zwei (französisch: Deux) ist, da man das Ass als Elf oder Eins lesen kann.
Passenderweise hat das Modell auch eine zweiläufige Magelock-Knifte.

Warmachine-MK4-Caine-Deuce

Die restlichen Modelle sind dann ebenfalls flott gebaut. Ich war etwas übereifrig und habe sie zwischenzeitlich sogar schon grundiert und genebelt, daher hier ein Gruppenfoto des Cygnar Anteils.

Die Khador-Hälfte geht an einen Freund im Club, sodass ich dazu leider keine Fotos abseits der Gussrahmen habe. Die Gussqualität und Verarbeitung fällt aber genau so gut aus.

Warmachine-MK4-Uebersicht-Cygnar

Mein Fazit:

Ich bin wirklich positiv überrascht. Mit einer UVP von rund 90€ und den üblichen Rabatten bedeutet diese Box einen möglichen Einstieg von 40€ pro Spieler. Die Box ist pragmatisch gehalten, was die Kosten niedrig hält. Sind wir mal ehrlich, wer in der Tabletop-Community hat nicht schon Maßband und Würfel zuhause? Das wird also nur vermissen, wer frisch in diesem Hobby anfängt, und derjenige wird wohl zu Beginn nicht nach Warmachine schauen.
Anders als die Plastikgussrahmen, die PIP damals für einige Jacks produziert haben, wirken die Sprues hier sehr clever gestaltet. Die Teile sind geschickt aufgeteilt, es gibt keine Hinterschneidungen oder Detailverluste, die man billigend in Kauf nehmen musste. Auch die Aufteilung im Rahmen ist durchdacht.
Die Gussqualität überzeugt mich. Ich bin generell ein großer Freund von Spritzgussplastik. Zumal die von PIP abgelieferte Qualität der Inhouse-Fertigung sowohl in Zinn- und Resinguss, als auch im späteren 3D-UV-Resin-Druck mir ständig Probleme bereitet hat. Die Stärke von PIP lag eindeutig in Story- und Regelschreiben. Daher bin ich sehr gespannt, wo die Reise nun mit Steamforge Games hin geht.
Eine leichte Euphorie macht sich bei mir breit. Zugegeben, ich bin voreingenommen, spiele WMH seit Ende MK2 und würde mich freuen, wenn das mit einem ähnlich guten Preis-Leistungsverhältnis nun bald wieder Fuß in der Szene fassen kann.

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